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Verfasst am 01.08.2018 um 16:25 Uhr

Gartenfreunde sorgen für gutes Klima

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Kampagnenstart am 10. Juni 2018 im Hotel Estrel

Eröffnungsveranstaltung im Hotel Estrel

Berlin steht beim Klimaschutz vor großen Herausforderungen. Mit dem globalen Temperaturanstieg häufen sich die Extremwetterlagen. hochverdichtete Mit ihrer über zwei Jahre laufenden Kampagne „Berlin im Klimawandel – Kleingärtner tun was fürs Wetter“ stellen sich die Gartenfreunde aktiv dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Die Kleingärten als klimatisch günstige Strukturen sollen ausgebaut werden, „um die Folgen des Klimawandels besser zu beherrschen“, sagte Landesverbandspräsident Günter Landgraf bei der Auftaktveranstaltung vor Gartenfreunden, Grün-Enthusiasten, deren Familien und Freunden in der Convention Hall des Estrel Hotel Anfang Juni am bundesweiten Tag des Gartens. 


Das dreistündige Event nach dem Motto „aus vielen guten Ideen wächst ein gemeinsames Engagement – für einen starken Klimaschutz“ bot neben Beiträgen aus der Wissenschaft und praktischem Erfahrungsaustausch auch jede Menge gute Unterhaltung durch renommierte Künstler. Den Veranstaltungsablauf fest in den Händen hielt Ilka Brecht, Kleingärtnerin und ZDF-Fernsehmoderatorin; für die Projektleitung der Klimakampagne zeichnete Gert Schoppa verantwortlich.


Berlinweit keimen und wachsen bereits nachhaltige Projekte und Initiativen in den 18 Bezirksverbände. Kampagnenziel sei, sagte der Präsident, „vor allem den eigenen Mitgliedern deutlich zu machen, welchen wichtigen Beitrag sie für die Stadt durch eine gute Bewirtschaftung ihres Pachtlandes leisten“, aber auch „Kleingartenvereine zu motivieren, auf den Gemeinschaftsflächen begleitende Maßnahmen im größeren Stil zu schaffen.“ Die Kleingartenorganisation sieht sich als Impulsgeber für alle Hobbygärtner der Stadt. Als Klima-Dienstleister könnten Kleingärtner erwarten, dass ihre Flächen „nicht weiter angegriffen

Umweltstaatssekretär Stefan Tidow

Aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtete Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung das Thema. Er geht davon aus, dass im Jahr 2100 Berlins Klima dem des südfranzösischen Toulouse ähnelt und befürchtet zunehmende Hitzespitzen, Starkregenereignisse im Sommer und verstärktes Schädlingsaufkommen durch mildere Winter. Kleingärten seinen durch ihre klimatische Entlastungsfunktion unverzichtbar für ein gesunde Stadtentwicklung. „Politik und Verwaltung sollten im Gegenzug Bestandsgarantien geben.“


Umweltstaatssekretär Stefan Tidow setzt auf einen Ausgleich der Interessen: Nicht entweder Wohnungsbau oder Kleingärten, Kanalisation kann zu erwartende Starkregenmengen nicht aufnehmen unter anderem durch mehr entsiegelte Flächen und Hausbegrünung zur „Schwammstadt“ werden. Tidow zählt auch Kleingärten zum „elementaren Bestandteil“ des modernen Stadtentwicklungskonzepts. „Jeder der gärtnern will, muss auch gärtnern können“, führte er aus.

Eva Foos und Sven Wachtmann

Praxisnähe bewiesen Landesverbandsgartenfachbrater Sven Wachtmann und Eva Foos von der Humboldt-Universität bei der Frage: Was der Klimawandel mit dem eigenen Garten zu tun hat? Besonders wichtig ist hier unter anderem eine optimale Bodenpflege durch Mulchmaterial, die vor Trockenheit und Auswaschung bei Regen schützt. Ob professionelle Wetterstation im Rahmen des Kiezprojektes Kleingärtnern im Klimawandel der Schöneberger Kolonie Grüne Aue oder der neu entstandene Kleingartenpark Plänterwald-Baume als Naherholungsangebot im Wohngebiet, präsentiert durch die KGA Zur Linde – auf dem Markt der Klima-Ideen informierten Gartenfreunde und Kooperationspartner des Landesverbandes wie Stiftung Naturschutz, Grüne Liga, die Initiative „Deutschland summt?!“ oder die Schreberjugend, wie mit einfachen Mitteln Klima- und Ressourcenschutz im Kleingärten umsetzbar ist.





Bericht: Brigitte Einführ (Redakteurin, Berliner Gartenfreund)

Fotos: Bergemann


Dieser Text ist im August 2018 in der Verbandszeitschrift Berliner Gartenfreund erschienen. Mit freundlicher Erlaubnis des Verlags W. Wächter auch hier.