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Verfasst am 07.05.2018 um 15:25 Uhr

Kurzvorstellung unserer Klima-Kampagne

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Ein Beitrag des Landesverbandes der Gartenfreunde für ein lebensfähiges Berlin


In Anbetracht des weltweiten Klimawandels kommt sowohl dem Klimaschutz als auch der Klimaanpassung in den Städten und Gemeinden eine herausragende Bedeutung zu. Berlin und seine Einwohner und Einwohnerinnen spüren die Auswirkungen der Klimaveränderungen bereits deutlich. Das Ergreifen präventiver Maßnahmen und die Aufklärung sowie Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger bezüglich der mit dem Klimawandel einhergehenden Risiken ist eine aktuelle Aufgabe nicht nur der Politik und Verwaltung, sondern aller Akteure in der (Stadt) Gesellschaft.

Seit jeher tragen die Kleingartenanlagen z. B. durch die Förderung der Artenvielfalt zu einer klimaangepassten Stadt bei. In den letzten Jahren beteiligen sich die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in allen Berliner Bezirken ganz bewusst an verschiedenen Projekten zum Klimaschutz und der Klimaanpassung sowie zur nachhaltigen Erhöhung der biologischen Vielfalt. Viele dieser Maßnahmen entsprechen denen, die im Stadtentwicklungsplan (StEP) Klima und im Konzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Berlin (AFOK) angeregt werden.

Weitere zukünftige Maßnahmen werden untersetzt und angeregt durch Ergebnisse von Forschungsprojekten und Kooperationen:

  • Kooperationsvereinbarung mit der Stiftung Naturschutz Berlin vom 22. Januar 2018 „Gemeinsam für biologische Vielfalt in Berlin“
  • Partnerschaft mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
  • Partnerschaft mit der Luftbild Umwelt Planung GmbH (LUP) im Rahmen des AFOK
  • Partnerschaft mit der Humboldt-Universität zu Berlin, ADT-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften, Beratung und Kommunikation

Aktuell stimmt der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. seine rund 68.000 Mitglieder auf eine mehrjährige Kampagne ein, in deren Verlauf die Berliner Kleingartenanlagen und Einzelgärten klimasensibel (um-)gestaltet werden. Das Motto der achtteiligen - populärwissenschaftlichen Artikelfolge in der Verbandszeitschrift „Gartenfreund“ lautet: „Berlin im Klimawandel – Wir tun was für das Wetter“. Die Beiträge erscheinen in den Ausgaben November 2017 bis Juni 2018. Ziel dieser Artikelfolge ist es, eine Vielzahl der Berliner Kleingartenvereine und ihre Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zu motivieren und sie zu unterstützen, sich verstärkt mit Klimawandel, Klimaschutz und Klimaanpassung auseinander zu setzen.

Die im Landesverband zusammengeschlossenen Bezirksverbände werden im Rahmen der Gesamt-Kampagne bestehende Gemeinschaftsprojekte in Kleingartenvereinen weiter fördern und neue Projekte initiieren.

Angestrebt wird zudem eine enge Zusammenarbeit mit den in der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) organisierten Umwelt- und Naturschutzverbänden. Einbezogen werden darüber hinaus die Berliner Gartenarbeitsschulen, die Schulgärten, die Lenné-Akademie für Gartenbau und Gartenkultur e. V. und die anderen lokalen Akteure des Urban Gardening. Die Projekte dienen maßgeblich dazu, die Berliner Kleingartenanlagen noch stärker für die Umweltbildung aller Bevölkerungsgruppen zu nutzen.

Konkret verfolgt die Klima-Kampagne die folgenden Ziele:

  • Schaffung und Verstetigung von Klima-Gärten in Kleingartenanlagen von Berlin
  • Bewahrung und Optimierung der klimatischen Ausgleichsfunktionen von
    Kleingartenanlagen im städtischen Raum, insbesondere
  • Erhaltung und Schaffung von Kaltluftschneisen innerhalb der Großstadt
  • Mehrung des Grünvolumens (CO2 – Senkfunktion, Reduktion von
    Heat Island Effekten [dt. Hitze-Insel-Effekt])
  • Beitrag zum städtischen Regenwassermanagement durch
  • Bodenschutz und Bodenpflege
  • Bewahrung und Pflege von Retentionsflächen (dt. Überflutungsflächen
    z. B. Teiche, Mulden…)
  • das Auffangen von Regenwasser
  • Bewahrung und Optimierung der ökologischen Ausgleichsfunktionen von in Kleingartenanlagen zusammengefassten Kleingärten, insbesondere
  • Förderung der Biodiversität im städtischen Raum
  • Steigerung des Anpassungspotentials von Flora und Fauna an das geänderte Klima durch geeignete Pflanzenauswahl und Anbauempfehlungen
  • Kleingartenanlagen als Orte, an denen Bürger unter wissenschaftlicher Begleitung durch das PIK und die HUB sowie weitere ingenieurwissenschaftliche Partner zum Klimafolgen- und Klimaschutzmonitoring in Berlin beitragen

Mit dieser Kampagne leistet der Landesverband Berlin der Gartenfreund e. V. seinen eigenständigen Beitrag im Rahmen des „Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) 2030“.

Das Berliner Stadtwachstum gefährdet insbesondere die Berliner Kleingärten in ihrem Bestand. Gleichzeitig braucht gerade die wachsende Stadt im Klimawandel die vielfältigen, auch sozial wertvollen Ökosystemdienstleistungen der Kleingärten. Daher verstehen wir unsere Aktivitäten nicht nur als Beitrag zur Klimaanpassung der Gärten selbst, sondern zur Klima-Resilienz ganz Berlins. Perspektivisch könnte daraus ein neuer Klima-Stadtvertrag entstehen: verbesserte Klima-Dienstleistungen gegen Bestandsschutz. Diese Perspektive möchten wir mit den relevanten Entscheidungsträgern und der ganzen Stadtgesellschaft diskutieren.